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Die Projektidee Tempelhofer See: intuitiv richtig, sinnlich, verständlich und nachhaltig!
Projektidee für das Tempelhofer Feld
Ein innerstädtischer See, der Tempelhofer See, umgeben von offenen Parklandschaften. Im optischen Zentrum eine weithin sichtbare 3 KW Windkraftanlage mit Energie-Exploratorium (Interaktives Museum).
Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nix wie raus nach Tempelhof ...
Im Mittelpunkt dieser Projektidee stehen keine Einzelinteressen, sondern elementare Erlebniswelten, die durch ihre Einfachheit bestechen und alle Berlinerinnen und Berliner einbeziehen: Wasser und Uferlandschaft - ein innerstädtischer See, umgeben von offener Parklandschaft. Die Konturen des historischen Flugfeldes würden so für alle Zeiten beschrieben und zukünftigen Begehrlichkeiten entzogen. Die heutige Faszination der großen Weite und Offenheit des Tempelhofer Feldes bliebe so erhalten.
Dimensionen
Seefläche: ca. 2.000.000 qm bei durchschnittlich 4 m Gewässertiefe
Parklandschaften: ca. 760.000 qm inkl. IGA-Flächen (zum Vergleich: Hasenheide 470.000 qm)
Tempelhofer Insel: ca. 10.000 qm
Höhe Windkraftanlage: Gesamthöhe ca. 180 m (zum Vergleich: Funkturm Berlin 147m)
Länge der Seebrücke: 680 m
Uferweg: 5,8 km
Skaterstrecke: 6,5 Km
Spektakulär: Die erste moderne Windkraftanlage inmitten einer Metropole
"Windenergie wird eine zentrale Rolle im CO2-freien Energiemix der Zukunft spielen, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit", sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Hier, im Zentrum des Tempelhofer Sees, wäre der spektakuläre, weithin sichtbare Kulminationspunkt für eine moderne Energiepolitik.
Direkt damit verbunden ein interaktives Energiemuseum (Energie-Exploratorium) auf der Tempelhofer Insel. Hier können Berliner Bürger, Schülerinnen und Schüler und Besucher unserer Stadt unmittelbar erfahren, wie Windenergie für die Stromerzeugung nutzbar gemacht wird.
Berlin hat doch schon soviel Wasser
Das stimmt! Und Berlin hat auch sehr viel Grün, Grünanlagen, Parks, Straßenbäume uvm. Was Berlin aber nicht hat, ist ein innerstädtischer See, der diesen Namen verdient! Das meint keinen Ententeich wie im Tiergarten, sondern ein richtig großes Gewässer mit beinahe eigenem Horizont, wo sich der Blick weitet und die dichte Stadt vergessen lässt. Erholung pur gleich ums Eck!
Wie kommt das Wasser da rauf?
Jeder, der den Mehringdamm zum Platz der Luftbrücke fährt/geht, merkt, es geht berauf. Das Tempelhofer Feld liegt ca. 12 m über dem Berliner Urstromtal, auf der sogenannten Teltower-Hochfläche. Da aber das gesamte Rohrnetz (7.800 km) der Berliner Wasserbetriebe ausschließlich mittels Pumpstationen funktioniert, sehen wir keinen Grund, warum dies nicht auch für die Bewirtschaftung des Tempelhofer Sees funktionieren sollte. In unmittelbarer Nähe befindet sich übrigens die Pumpstation Columbiadamm.
Wo kommt das viele Wasser her?
Wussten Sie es: unter uns im sogenannten Süßwasserstockwerk liegt die unvorstellbar große Menge von 20 Milliarden qm3 Wasser - damit könnte man den Bodensee halb füllen. Dann wäre allerdings unser Grundwasser futsch und das will niemand. Nutzen können und dürfen wir davon nur soviel, wie sich 1. durch Grundwasserneubildung, 2. durch Uferfiltrat und 3. durch die (künstliche) Grundwasseranreicherung neu nachbildet, das sogenannte Grundwasserdargebot. Dieses beträgt für Berlin üppige 300 - 380 Mio m3 - bei einem jährlich Verbrauch von 202 Mio m3 (Stand 2006 - weiterhin abnehmend!). Wir sparen Wasser und erzeugen doch höhere Kosten/m3, weil die Grundkosten der Trinkwassergewinnung und Abwasserentsorgung, ca. 80 % des Wasserpreises, sich dann auf weniger Liter verteilen - absurd, aber hier zeigt sich, dass ein höherer Verbrauch, hier nun für unseren Tempelhofer See, den Möglichkeiten der für hohe Durchlässe eingerichteten Berliner Wasserbetriebe evtl. entgegenkäme.
Hauptwasserlieferant für den Tempelhofer See wären die hochmodernen Berliner Klärwerke, die heute ihr Klärwasser zu einem großen Teil den Berliner Gewässern zuführen und damit viel Wasser zu schnell in Richtung Elbe/Meer verloren geben. Ein Teil des Klärwassers wird bereits für künstliche Grundwasseranreicherung genutzt. Und in diesem System (evtl. plus Membranbioreaktoren - siehe Dr. Mathias Ernst, TU) wäre ein Tempelhofer See mit einer Stauhaltung von ca. 10 Mio m3 eine wichtige Größe! (Strategie der verstärkten Versickerung)
Keine ungewollten Zuflüsse (Phosphate, Nitrate) würden in den Tempelhofer See gelangen, bis auf Regenwasser pur (ohne den üblichen Straßendreck). Perfektes Wassermanagement wäre möglich, da das gesamte System auf höchstem technischen Niveau geplant, gebaut und bewirtschaftet werden kann. Zu- und Abflüsse und auch die Uferfiltration, das heißt die Durchlässigkeit des Seebodens und damit die Grundwasserneubildung könnten perfekt gesteuert werden. Der Tempelhofer See wäre Teil des Berliner Wasserversorgungskonzepts.
Was kostet ein Tempelhofer See?
Baukosten nach unseren Schätzungen für See + Parklandschaften:
• Aushub/Entsorgung: 10 Mio m3 = 50 Mio. Euro
• 6 km Uferanlagen bauen = 22 Mio. Euro
• Wassermanagement, Überleitungen = 180 Mio. Euro
• 760.000 qm Parklandschaften (teilw. IGA) = 50 Mio. Euro
• Windkraftanlage + Energie-Exploratorium = 33 Mio. Euro
• Bootshäuser, Hafenanlagen, Stege, Schilfkulturen, Strandbad etc: 47 Mio. Euro
Gesamt: < 382 Mio. EUR
Von der‚Jahrhundertchance‘ zu einem Jahrhundertfehler
Baukosten < 382 Mio. Euro: Eine geschätzte Summe, die zeigen soll, dass es hier um andere Dimensionen geht, als es die 25 Euro/qm möglich machen, die der Berliner Senat für diese „Jahrhundertchance, um die uns viele Städte beneiden", wie es unsere Senatsbaudirektorin Regula Lüscher formulierte, bereitzustellen gewillt ist. Für 25 Euro/qm ist in einem Baumarkt kein guter Bodenbelag zu bekommen! Wie will der Senat mit dieser bescheidenen Summe ein so riesiges Areal bespielen? Wir sagen, das kann nicht klappen!
Wer kann das bezahlen?
Wir denken, dieses Grossprojekt sollte herausgehoben werden aus der finanziell und kreativ beengten Planungshoheit des Berliner Senats. Mit einer spektakulären, modernen Windkraftanlage im Zentrum, plus Energie-Exploratorium und einer vorbildlichen Wasserbewirtschaftung (Wasserkraftwerk, Stauhaltung) kann das Tempelhofer Feld zu einem Symbol für die fortschrittliche Energiepolitik unseres Landes werden, mit internationaler Ausstrahlung. Damit wären neue Geldgeber auf den Plan gerufen, mit ganz anderen Möglichkeiten: Zuerst einmal der Bund (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit), und auch die großen Energieversorger, die hier mit der modernsten Windkraftanlage ein weithin sichtbares Beispiel ihrer zukunftsweisenden Energietechnik präsentieren können.
Die Realität
IBA und parallel eine IGA: dieses erhoffte Null-Euro-Traumkonzept unserer in Sachzwängen und gesetzlichen Regelungen gefangenen Politiker drückt das ganze Dilemma aus, dem nun das abgeschottete Planungsverfahren Tempelhofer Feld unterliegt: es darf nichts kosten und soll doch irgendetwas hermachen. Wir finden, dies wäre der direkte Weg in die Flughafensackgasse, aus der nur eine Bürgerbewegung herausführen kann.
Was kostet der Unterhalt eines Tempelhofer See?
Eine moderne 3 KW-Windkraftanlage und ein mögliches Wasserkraftwerk könnten genügend Energie generieren, um alle anfallenden Aufwendungen für die Seewartung, die Pflege der Parkanlagen und aller nicht-kommerziellen Anlagen zu finanzieren. Das gäbe eine vorbildliche CO2 Bilanz!
Was passiert mit den 'geliebten' Landebahnen?
Diese autobahnbreiten Asphaltpisten (je 45 m Breite) haben mit ihren riesigen Markierungen etwas Faszinierendes - wann kann man schon auf 'echten' Landebahnen herumlaufen.
Allerdings nutzen zur Zeit nur wenige Besucher diese Gelegenheit, und wenn, dann mit dem Fahrrad. Denn zwei Kilometer auf Beton laufen ist kein Sonntagsspaziergang. Zum Skaten ist der Belag wenig vergnüglich, wenn man einmal auf den teilweise perfekten Wegen im Randbereich des Tempelhofer Feldes unterwegs war. Die Landebahnen werden im Laufe der Jahre verfallen, somit gefährliche Wegstrecke werden. Verlegte man einen neuen Belag, wäre das zweifelhafte Flair der 'originalen' Flughafenpiste verloren.
Warum der Senat an diesen Betonpisten festhält, ist nach unserer Auffassung dem erst kürzlich verebbten 'Kampf um Tempelhof' geschuldet, eine unnötige Nettigkeit den 'Verlierern' gegenüber: wenn schon nicht mehr abheben, dann doch wenigsten mal mit dem Bike darüber rollen. Das ‚Einbalsamieren von Devotionalien‘ entspricht nach unserer Auffassung nicht mehr dem heutigen Umgang mit Geschichte.
In unserem Konzept würden sie durch bodennahe Lichtbahnen unter Wasser sichtbar bleiben.
Rosinenbomber und andere Erinnerungen
Hauptträger der Historie des Flughafen Tempelhof ist zweifellos das gigantische Hauptgebäude. Vom Architekten Ernst Sagebiel geplant und zwischen 1937 und 1941 erbaut, galt es bei seiner Fertigstellung als das größte Gebäude der Welt. In diesem denkmalgeschützen Gebäudekomplex sehen wir den Ort für die historische Aufarbeitung (Museum) des Flughafens Tempelhof und nicht zu vergessen auch des KZ-Columbia-Haus (Militärgefängnis, später Gestapo-Gefängnis. Das eigentliche Konzentrationslager wurde am 27.12.1934 eröffnet und bestand offiziell bis zum 5.11.1936)
Was machte den Tempelhofer Flughafen aus, was war charakterisierend? Es ist aus unserer Sicht die riesige Freifläche, außerordentliche Weite und die besonderen Konturen des Taxiweges. Genau diese würde die Uferkante des Tempelhofer Sees beschreiben - für immer und alle Zeit! Jede Bebauung, auch im Randbereich, würde diese so typischen Proportionen zunichte machen - da helfen dann auch verfallende Landebahnen nichts.
Ein Tempelhofer See, mit seiner Weite und den typischen Konturen würde die Idee des Flughafens am besten festhalten!
Kann der Tempelhofer See denn nicht 'kippen'?
Blaualgen auf der Ostsee! Das waren die Schlagzeilen im Sommer 2010. So wie es aussieht, ist beinahe kein Gewässer vor ungünstigen Entwicklungen geschützt. Auch ein Tempelhofer See nicht - mit dem feinen Unterschied, dass ein Tempelhofer See durch seine erhöhte Lage nichts 'macht', was man nicht will, da es keine ungewollten, ungefilterten Zuflüsse gibt - bis auf Regenwasser, welches hier ohne die üblichen (Straßen)Verschmutzungen ausschließlich 'von oben' sauber zufließt.
Durch Stege unterbrochene große Schilfbereiche und Umwälzanlagen, wie sie in der Rummelsburger Bucht im Einsatz sind, steuern den Sauerstoffhaushalt und helfen bei der wichtigen Durchmischung des Gewässers.
Das nährstoffarme Klärwasser (plus, wenn nötig, zusätzlicher Membranfilterung), schattige Ufer, Unterwasserpflanzen und eine ausreichende Gewässertiefe wirken Algenwachstum in den kritischen heißen Sommertagen entgegen.
Wir haben in Berlin und Brandenburg viele kompetente Institutionen (TU, IaG), die dann beratend zur Seite stünden.
Kann der Tempelhofer See das Stadtklima verbessern?
Wir denken ja! Die auch von Senatsseite geschätzte Kaltluftschneise bliebe perfekt erhalten. Offene Wasserflächen haben zudem eine ausgleichende Wirkung auf die Lufttemperaturen in der Umgebung. Wasser erwärmt sich im Verhältnis zur Luft relativ langsam, dadurch sind Wasserflächen im Sommer relativ kühl und im Winter relativ warm. Und: Die Verdunstung von Wasser verbraucht Wärmeenergie aus der Luft und kühlt so die aufgeheizte Innenstadtluft.
Tempelhofer See: intuitiv richtig! Sinnlich, verständlich und nachhaltig
Wer will da widersprechen: Die Auswirkung eines innerstädtischen Sees auf das psychische und gesundheitliche Wohlbefinden von Stadtbewohnern wäre eindeutig positiv! Der Kontrast zwischen dichter Bebauung und sich unmittelbar auftuender Weite ist einfach genial! Beobachten Sie an einem der Eingänge zum Tempelhofer Feld Menschen, die zum ersten Mal hier eintreffen. Sie sind bewegt von diesem umwerfenden Eindruck! Wenn man Ihnen dann sagt, dass der Senat beabsichtigt, das Tempelhofer Feld rundum zuzubauen, und es dazu ab 2017 nur gegen Eintrittsgeld überwindbare Einzäunungen für 50 % des Geländes geben wird (IGA), dann ist man wenig begeistert.
Ideenpool Tempelhofer See
Martin Brosch, Dr. Sybe Izaak Rispens | Stand 2012 |
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